Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Bad Homburg/Friedrichsdorf

Radschnellweg muss durch Bad Homburg führen

Am 22.08. sind wir mit 30 Personen die zwei Routen für den Radschnellweg abgefahren und haben gezeigt: Es gibt gute und komfortable Strecken durch die Stadt. Der Radschnellweg darf daher nicht an den Bebauungsgrenzen enden.

Bei mehreren Stopps werden Elemente der Routen erklärt
Ralf Gandenberger und Patrik Schneider-Ludorff erklären den Teilnehmenden der Rundfahrt auf den vom ADFC vorgeschlagenen Routen des Radschnellweg Vordertaunus die Besonderheiten am Untertor in Bad Homburg

Radschnellweg muss durch Bad Homburg führen

Das haben wir der Presse dazu geschrieben:

ADFC präsentiert zwei Routen für den Radschnellweg

Der Radschnellweg Vordertaunus soll als komfortable Radverbindung von Friedrichsdorf über Bad Homburg und Oberursel nach Frankfurt führen. Im Jahr 2020 wurde eine Machbarkeitsstudie vorgestellt und die beteiligten Kommunen haben zwischenzeitlich verschiedene Verträge hierüber abgeschlossen. In der letzten Sitzung des Mobilitätsausschusses vor der Sommerpause hat die Stadt Bad Homburg die Gremien informiert, dass sie - wie bereits andere Kommunen - die Planungen beginnen möchte. Allerdings soll der Radschnellweg nicht mehr durch Bad Homburg führen, sondern von Friedrichsdorf und Oberursel kommend jeweils vor der Bebauung enden. Der Radverkehr soll auf das vorhandene Radwegenetz in Bad Homburg verwiesen werden. Der ADFC Hochtaunus hatte bereits vor Erstellung der Machbarkeitsstudie mögliche Routen durch Bad Homburg vorgeschlagen und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die von der Stadt Bad Homburg erwogene Trasse ungeeignet und unrealistisch ist. Die in der Machbarkeitsstudie favorisierte Strecke ist mit sehr hohen Kosten und erheblichen Baumaßnahmen verbunden. Ralf Gandenberger vom ADFC Bad Homburg/Friedrichsdorf weist darauf hin, dass der Radschnellweg Vordertaunus bewusst so geplant wurde, dass die Radfahrenden die Zentren der Kommunen erreichen können. „Ein Radschnellweg ist nämlich gerade keine Autobahn, sondern bietet Pendlern, Schülern und sonstigen Radlern die Möglichkeit, ihre Nachbarkommunen und Frankfurt schnell und komfortabel zu erreichen. Dafür gibt es hohe Standards, die eine Fahrt ohne viele Stopps ermöglichen soll“, erklärt Gandenberger den Sinn von Radschnellwegen.

30 Personen, darunter Lokalpolitiker aus Bad Homburg und Friedrichsdorf, Experten des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, Mitglieder des ADFC und sonstige Interessierte folgten der Einladung des ADFC, am 22.08.2026 die von ihm vorgeschlagenen Routen abzufahren und sich selbst ein Bild zu machen, wie der Radschnellweg durch Bad Homburg geführt werden kann. Beide Routen beginnen bzw. enden an den Bahngleisen bei der Zeppelinstraße, wo der Radschnellweg aus Oberursel auf einer gut ausgebauten Strecke Bad Homburg erreicht. Die erste Route führt über die Urseler Straße und den Hindenburgring, die ohnehin neu geplant und mit breiten Radfahrstreifen ausgestattet werden sollen. Die Vorlage hierzu soll nach der Aussage von Oberbürgermeister Alexander Hetjes nach der Sommerpause 2026 in die Gremien kommen. Diese Strecke könnte nach Auffassung des ADFC problemlos für den Radschnellweg genutzt werden. Erst ab der Dietigheimer Straße müsste mehr Platz geschaffen werden. Von der Höllsteinstraße geht es dann weitgehend konfliktfrei auf Nebenstraßen bis zum Waldfriedhof und von dort nach Friedrichsdorf, dessen Zentrum unmittelbar erreichbar wäre. Der Verkehrspolitische Sprecher des ADFC Hochtaunus, Patrik Schneider-Ludorff, sieht mit dieser Route die Ziele eines Radschnellwegs am Besten erreicht, weil die Route Radfahrende aus allen Ortsteilen Bad Homburgs aufnehmen kann und auch in Friedrichsdorf ein hohes Potential an Nutzern vorhanden ist.

Die zweite vom ADFC vorgeschlagene Route bindet den Bahnhof Seulberg ein und führt von hier durch den Hardtwald. Die für Radschnellwege vorgesehene intelligente Beleuchtung erkennt Radfahrende, schaltet sich rechtzeitig ein und nach kurzer Zeit wieder aus. Damit wird für die erforderliche Sicherheit gesorgt, wenig Energie verbraucht und auch die Tier- und Pflanzenwelt geschont. In Frankfurt wird derzeit der Radschnellweg durch den als Bannwald mit besonderem Schutz versehenen Stadtwald geplant, so dass diese Erfahrungen auch für den Hardtwald genutzt werden können. Die Route führt dann am Kurhaus vorbei direkt durch die Innenstadt von Bad Homburg und weiter Richtung Industriegebiet, wo mit der Thomas- und der Schleußnerstraße ausreichend breite Straßen zur Verfügung stehen. Ab dem Industriegebiet könnte unmittelbar neben den Schienen gefahren werden, so dass der sonstige Verkehr nicht beeinträchtigt wird. Damit wäre der Anschluss Richtung Oberursel erreicht. „Beide Routen sind bei ausreichend gutem Willen machbar“, sagt Ralf Gandenberger. Der ADFC habe zwischenzeitlich vielversprechende Gespräche mit allen politischen Parteien in Bad Homburg geführt und sei sehr zuversichtlich, dass es zu einer guten Lösung komme. Einen Verweis auf das im ADFC Fahrradklimatest stets als schlecht beurteilte Bad Homburger Radverkehrsnetz wollen die 30 Teilnehmenden der Rundfahrt jedenfalls nicht hinnehmen. Der ADFC Fahrradklimatest hat übrigens gerade wieder begonnen und alle Radfahrenden können ihre Kommunen wieder bewerten und damit einen wertvollen Hinweis geben, wie zufrieden sie mit der Situation sind. Mitmachen kann man bis 30.11.2026 auf www.fkt.adfc.de.

https://bad-homburg.adfc.de/neuigkeit/radschnellweg-muss-durch-bad-homburg-fuehren

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