Umgestaltung der Hugenottenstraße
ADFC, BUND und NABU fordern Verkehrsberuhigung in der Innenstadt von Friedrichsdorf

ADFC, BUND und NABU bedauern Absage des Verkehrsversuchs für die Hugenottenstraße und fordern neue Initiative für Verkehrsberuhigung in der Innenstadt
Die Stadt Friedrichsdorf hat überraschend beschlossen, den bereits vorbereiteten Verkehrsversuch zur Verkehrsberuhigung der Hugenottenstraße nicht durchzuführen. Damit wurde eine Chance vertan, den Friedrichsdorfer Bürger*innen den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsträger zu erleichtern, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu erhöhen und damit Gastronomie und Einzelhandel zu fördern.
Im April 2024 wurde damit begonnen, ein Mobilitätskonzept für Friedrichsdorf zu entwickeln, das am Leitbild der Klimaneutralität ausgerichtet ist. Dies hat Hoffnungen geweckt, dass es auch in Friedrichsdorf mit der Verkehrswende vorangehen wird. Die anstehende Sanierung der Hugenottenstraße sollte die erste Maßnahme sein, um die Ziele des Konzepts in die Tat umzusetzen und die Innenstadt fußgänger- und fahrradfreundlicher zu gestalten. Vor diesem Hintergrund haben ADFC, BUND und NABU es sehr begrüßt, dass die Friedrichsdorfer Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2024 beschlossen hat, die Hugenottenstraße probeweise in eine Einbahnstraße umzuwandeln (“Verkehrsversuch“).
Die in der Sitzung vom 25.9.2025 vollzogene Kehrtwende der Stadtverordneten ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir sind davon überzeugt, dass die Verkehrsberuhigung und die damit verbundene Erhöhung der Aufenthaltsqualität den Gewerbetreibenden und insbesondere der Gastronomie in der Innenstadt nutzen und nicht schaden würde. Das Beispiel des Landgrafenplatzes zeigt, dass auch Orte mit wenig bzw. keinem Autoverkehr rege besucht werden. Fußgängerzonen sind weltweit Magneten für Kund*innen, dort werden regelmäßig die höchsten Mieten verlangt. Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik hat die Befürchtungen des Einzelhandels widerlegt und nachgewiesen, dass verkehrsberuhigende Maßnahmen in fast allen untersuchten Städten zu einer Stabilisierung oder gar Steigerung der Umsätze geführt haben.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordern die Stadtverordneten auf, eine neue Initiative zu starten, um den Verkehr in der Innenstadt und insbesondere in der Hugenottenstraße klima-, fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Auf diese Weise könnte die Lebens- und Aufenthaltsqualität verbessert und dem schleichenden Niedergang der Innenstadt etwas entgegengesetzt werden. Die ersatzlose Streichung des Verkehrsversuchs sendet das Signal, dass am Status Quo festgehalten werden soll, anstatt Fußgänger*innen, Fahrradfahrer*innen und den Besucher*innen der Restaurants und Kneipen mehr Platz zu geben und die Mobilität in Friedrichsdorf nachhaltiger zu gestalten.
In punkto Fahrradfreundlichkeit besteht in Friedrichsdorf noch viel Handlungsbedarf. Dies zeigt auch der zuletzt 2024 durchgeführte Fahrradklimatest des ADFC, bei dem die Stadt die Schulnote 3,52 erhielt – deutlich schlechter als z. B. Baunatal mit 2,53, einer Stadt in der gleichen Größenkategorie. In diesem Punkt ist gegenüber der letzten Erhebung zwei Jahre zuvor keine Verbesserung zu verzeichnen.
Kontakt:
- Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Hochtaunus, Ortsgruppe Bad Homburg/Friedrichsdorf, Ralf Gandenberger, Vorsitzender, Ralf.Gandenberger [at] ADFC-Bad-Homburg.de
- Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Ortsverband Friedrichsdorf, Lutz Kunze, Vorsitzender, gl.kunze [at] gmx.de
- NABU (Naturschutzbund Deutschland), Ortsgruppe Friedrichsdorf e.V., Klaus Peikert, Vorstand, kontakt [at] nabu-friedrichsdorf.de