Befahrung des geplanten Radschnellwegs Vordertaunus
Wenig Licht und viel Schatten - so unser Fazit nach der Befahrung der geplanten Radschnellwegtrasse zwischen Seulberg und Stierstadt. Der Regionalverband hatte eingeladen, um den aktuellen Stand der Planung zu zeigen. Viel ist nicht zu sehen.

Neben Vertretern des Regionalverbands und des Planungsbüros stiegen am 21. September Vertreter der Kommunen, des Kreises und einige ADFC-Mitglieder auf die Räder am Seulberger Bahnhof. Zuvor hatten sie Lars Keitel, Bürgermeister von Friedrichsdorf und Rouven Kötter, 1. Beigeordneter des gastgebenden Regionalverbands begrüßt. Bergauf und bergab führte der Radweg zum Pilgerrain in Bad Homburg - nicht das, was für einen Radschnellweg passt. Darauf wies bei einem ersten Stopp auch Uwe Petry vom Planungsbüro VAR+ hin. Man wolle den Weg parallel zu den S-Bahn-Gleisen führen, man sei im Gespräch mit den Grundstückseigentümern.
In Bad Homburg wird aktuell über die Streckenführung diskutiert, vielleicht auch darum äußerte sich der mitradelnde Oberbürgermeister Alexander Hetjes nicht. Die Stadt wollte auf die vorhandenen Wege verweisen, der ADFC hielt dagegen. Jüngst erteilten die Stadtverordneten den Auftrag, eine Trassenführung durch die Stadt zu prüfen. (siehe auch Meldung: FRM5 soll durch Bad Homburg führen). Die Gruppe fuhr über die vorhandenen Wege. Stolz berichteten die beiden Bad Homburger Vertreter der Stadtverwaltung von den erzielten Verbesserungen bei der Radinfrastruktur, beispielsweise mit der Fahrradstraße im Seedammweg und an der Thomasbrücke. Ja, das sind Verbesserungen, aber auch das entspricht nicht dem, was ein Radschnellweg sein soll: Keine direkte Verbindung, sondern im Zick-Zack durch die Stadt, zu schmale Radstreifen und nicht getrennt vom Autoverkehr, zudem dauernde Stopps an den vielen Ampeln. Die Standards für einen Radschnellweg verlangen anderes.
Wenige Meter Radschnellweg in Oberursel realisiert
Wie es sein soll, konnten die Teilnehmenden in Oberursel erleben: Beim Bau der Mehrfamilienhäuser im sogenannten Gleisdreieck zwischen S- und U-Bahngleisen wurde der künftige Radschnellweg berücksichtigt: Eben, breit und mit großen Kurvenradien führt der FRM 5 an den Häusern entlang und unter ihnen durch - um dann vor einem Zaun zu enden. Hier fehlt eine Brücke. Sie würde 4 Millionen Euro kosten, wie Bürgermeisterin Antje Runge berichtete, die habe die Stadt derzeit nicht. Trotzdem seien Gelder für die Planung im Haushalt eingestellt.
Denn auch im weiteren Verlauf der geplanten Trasse gibt es Handlungsbedarf. Der Weg zwischen S-Bahn-Gleisen und der alten Mühle ist extrem schmal, uneben und insgesamt in schlechtem Zustand. Trotzdem benutzen ihn viele, Schulkinder in beide Richtungen, Pendler, Spaziergänger: es ist die direkte Verbindung zwischen der Stadt und Stierstadt.
In Stierstadt endete die Exkursion. Hier gab es noch Gelegenheit sich mit Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands und den Teilnehmenden auszutauschen. Der Eschborner Bürgermeister Adnan Shaikh kam dazu und man beschloss, auch das südliche Stück der seit zehn Jahren diskutierten Strecke abzufahren, von Eschborn bis Steinbach. Wir bleiben gespannt, ob der Radschnellweg tatsächlich mal sichtbare Fortschritte macht.